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Geschichte der Schömberger Fasnet

Die Entstehung der Schömberger Fasnet lässt sich zurückverfolgen bis zum Jahre 1796. Die ersten Narrenkleider tauchten im Jahre 1812 in Schömberg auf, ein Originalkleid aus diesem Jahr blieb bis heute erhalten und kann die lange Tradition der Schömberger Fasnet auf eine eindrucksvolle Weise belegen. Bis zur offiziellen Gründung der Narrenzunft Schömberg im Jahre 1922 wurde das Narrentreiben durch die Handwerkerzünfte organisiert. Im Jahre 1952 trat die Narrenzunft Schömberg der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte bei, die zu den ältesten und bedeutendsten Organisationen dieser Art zählt.

Höhepunkt der Schömberger Fasnet ist für die Betrachter ohne Zweifel die "Polonaise", die im Schwäbisch-Alemannischen Fasnetsraum einmalig ist. Ein Ereignis, bei dem am Fasnetsonntag, -montag und -dienstag 700 Hästräger in ihrer farbigen Vielfalt zu bestaunen sind und ein imposantes Bild auf den Schömberger Marktplatz zaubern.  

"Schömberger Fuchswadel" und Fransenkleidle jucken ebenfalls am Fasnetsmontagmorgen um 8.11 Uhr zum Marktplatz. Der erste Teil dieses Narrensprungs vollzieht sich ohne Musik. Nur zum Klang der Schellen springen oder besser gesagt, tanzen die Narren mit gleichem Schritt zum Marktplatz. Dort steht bereits die Stadtkapelle und beginnt beim Eintreffen der ersten Narren, den Schömberger Narrenmarsch zu intonieren, zu dem die Narren dann weitertanzen. Um 10.31 Uhr dann beginnt eines der reizvollsten und ästhetisch schönsten Spektakel unserer Fasnet. Bis zu 700 Schömberger Narren tanzen in ihrem Narrensprung eine Polonaise. "Dr Bolones", wie der Narrentanz mundartlich korrekt bezeichnet wird, wurde um das Jahr 1900 vom Schmiedgesellen Johann Wuhrer von der Walz aus Frankreich mitgebracht und in die Schömberger Fasnet eingeführt. Über eine Stunde dauert dieser Tanz, der mittlerweile für die Schömberger einen unglaublich hohen Indentifikationsstellenwert eingenommen hat. Mehrfach wird "dr Bolones" in den Fasnetstagen getanzt. Sozusagen als Nachricht an alle Daheimgebliebenen: "Die Narren sind wieder im Städtle". Seit 1974 findet als Fasnets-Endbrauch am Fasnetdienstag um 23.45 Uhr eine Mitternachtspolonaise statt, die ohne das Zutun der Narrenzunft entstanden ist.

Fasnet Früher

Die Fasnet in Schömberg lässt sich nach einem Rathausprotokoll bis ins Jahre 1796 zurückverfolgen. Auch die ältesten Larven stammen aus der Zeit um 1800, sie wurden wahrscheinlich von einem Rottweiler Bildhauser aus Lindenholz geschnitzt. Zwischen 1809 und 1816 war jegliches Narrentreiben verboten, wurde dann aber von König Friedrich wieder erlaubt.

Seit 200 Jahren bestimmen Fransennarren und Fuchswadel das Geschehen in der Fasnetszeit. Bis zur Gründung der Narrenzunft im Jahre 1922 wurde das Narrentreiben durch die Handwerkszünfte organisiert.
Am 08. Januar 1922 führte eine Vollversammlung aller Narrenfreunde im Gasthaus Traube zur Gründung der Narrenzunft Schömberg.

Der damalige Stadtschultheiß Leipold hatte den Vorsitz in der Versammlung, welche nach der Gründung die Wahl des Elferrates vornahm. Als erster Vorstand fungierte Franz Josef Baier, Kassier wurde Josef Engeser und dem Schriftführer Emil Faulhaber verdanken wir die lückenlosen Aufzeichnungen der Gründerjahre. Diesem ist zu entnehmen, dass die Zwanzger schon vor der Gründung der Narrenzunft eine wichtige Rolle gespielt haben müssen, da ihnen von der Versammlung drei Mitglieder zugebilligt wurden, die bei den Sitzungen mit beratender Stimme mitwirken konnten.


Das Ziel der Gründungsmitglieder war es, dass die Narrenzunft das altherkömmliche Narren in der Stadt Schömberg wieder auf gut geordnete Bahnen bringt und auf das Beste zu pflegen und zu unterstützen hat.

Fasnet Heute

Schömberg mit seinen 4.400 Einwohnern liegt am Fuße der Schwäbischen Alb, auf halbem Wege zwischen Balingen und Rottweil. Die Fasnet in Schömberg beginnt, wie dies im schwäbisch-alemannischen Raum üblich ist, am Dreikönigstag mit dem Abstauben der Kleidle und Aufmöbeln von Gschell und Larve. Besonders aufregend wird es jedes Jahr für die Zwanziger, die Angehörigen des Jahrgangs, der das 20. Lebensjahr vollendet. Sie ziehen jeden Samstag von Gasthaus zu Gasthaus, um dort im Schutz der alles verhüllenden Masken aufzusagen. Darunter versteht man das in der Regel nicht sehr glimpflich verlaufende Erinnern und Nacherzählen von Begebenheiten im abgelaufenen Jahr, bei dem niemand geschont wird.

Am "Schmotzigen Dunstich", dem letzten Donnerstag der Fasnetszeit, ist endlich die Vorfasnet vorbei und mit der Kinderpolonaise beginnt die heiße Phase der fünften Jahreszeit. Am Sonntag nach dem Gottesdienst wird dann von den 20ern in den Herolden die Fanet ausgerufen - und die Schömberger erfasst eine für Außenstehende nur schwer erklärbare Unruhe. Bis zum Umzug verkaufen die Zwanzger ihre Narrenblättle. Punkt 14.01 Uhr beginnt unter den Klängen des Narrenmarsches, der von der Stadtkapelle immer wieder gespielt wird, das närrische Treiben mit einem Umzug und einer großen Polonaise auf dem Marktplatz, die hier "dr Bolones" genannt wird. Bis zu 700 Narren und Fuchswädel, die zur Gattung der Weißnarren gehören, in Begleitung von zwei Husaren "jucken" im Kreis und in Schlangenlinien unermüdlich durch die Stadt, der vom Lärm der großen Kupferschellen erfüllt ist, die die rund 300 Fuchswadel an sich tragen. Auch sie haben eine glatte Larve, die wie die Maske der Fransenkleidle aus dem Spätbarock stammt. Lange Tradition hat der Narrensprung am Montag um 8.11 Uhr. Danach wird vom ehemaligen Waldhorn aus auf die Melodie des Narrenliedes "Jetzt kommt die längst gewünschte Stunde" einen erhabenen Reigen zu tanzen. Für Zuschauer und Teilnehmer ergibt sich ein endrucksvolles und würdiges Erlebnis, das zu den Höhepunkten jeder Fasnet zählt. Um 10.30 Uhr findet auf dem Marktplatz wieder eine Polonaise statt. Am Mittag ist dann der große Kinderumzug im Mittelpunkt des Geschehens. Viele Narren lassen jetzt ihrer Phantasie freien Lauf und nehmen als "Maschgera" am Umzug teil. Die Abende der Fasnet sind erfüllt mit buntem Treiben in allen Lokalen.

Am Dienstag ist für alle Narren um 10.01 Uhr Treffpunkt in der Alten Hauptstraße, bevor um 11.00 Uhr die Polonaise beginnt. Danach feiert die volkstümliche Fasnet dann fröhliche Urstände. Bis zur Betzeit um 18.00 Uhr finden immer wieder Umzüge in der Stadt statt. Dabei beweisen insbesondere die Musikanten ihre traditionelle Zugehörigkeit zur Fasnet.

Das Ende der Fasnet kündigt sich an, wenn der Harzer durch die Straßen und Lokale geht, begleitet von einer großen Schar Kinder, die dem ganzen Städtchen verkünden: "D´Fasnet isch bald aus, da Harzer hätt an Rausch". Einige unermüdliche Narren und Musikanten beenden dann bis 0.00 Uhr die Fasnet endgültig mit der so genannten Mitternachtspolonaise. Hunderte von Häs- und Fackelträgern nehmen dann endgültig Abschied von der Fasnet.

Kultur, Freizeit & Toursismus

Mehr als 50 Vereine machen deutlich: Schömberg legt viel Wert auf kulturelles und sportliches Leben. Besonders Sport, Kultur, Brauchtum und Soziales ist den Schömbergern wichtig. Doch Schömberg ist nicht nur für die Einwohner interessant. Durch eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und durch einen Stausee ist es immer auch eine Reise wert.

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